Andacht zum 5. Fastensonntag nach den Messtexten

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geist.

 

Allgemeines Schuldbekenntnis

 

Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe.
Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld.
Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen, und Euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn.

 

Kyrie

 

Herr erbarme dich unser

Christus erbarme dich unser

Herr erbarme dich unser

 

Tagesgebet

 

Herr, unser Gott,

dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt

dem Tod überliefert.

Lass uns in seiner Liebe bleiben

und mit deiner Gnade aus ihr leben.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Amen.

 

Lesung Ez 37, 12b-14

 

12bSo spricht Gott, der Herr: Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe euch zurück in das Land Israel.

13Wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole, dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.

14Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig, und ich bringe euch wieder in euer Land. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin. Ich habe gesprochen, und ich führe es aus - Spruch des Herrn.

 

Wort des lebendigen Gottes

 

Psalm Ps 130 (oder Lied)

 

Aus der Tiefe rufe ich Herr zu dir: / Herr, höre meine Stimme!

Wende dein Ohr mir zu, / achte auf mein lautes Flehen!

Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, / Herr, wer könnte bestehen?

Doch bei dir ist Vergebung, / damit man in Ehrfurcht dir dient.

Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, / ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.

Meine Seele wartet auf den Herrn / mehr als die Wächter auf den Morgen.

Mehr als die Wächter auf den Morgen / soll Israel harren auf den Herrn.

Ja, er wird Israel erlösen / von all seinen Sünden.

 

Evangelium Joh 11, 1-45

 

In jener Zeit

1 war ein Mann krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf, in dem Maria und ihre Schwester Marta wohnten.

2Maria ist die, die den Herrn mit Öl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar abgetrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank.

3Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank.

4Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.

5Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus.

6Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.

7Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen.

8Die Jünger entgegneten ihm: Rabbi, eben noch wollten dich die Juden steinigen, und du gehst wieder dorthin?

9Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht;

10wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist.

11So sprach er. Dann sagte er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken.

12Da sagten die Jünger zu ihm: Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden.

13Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen, während sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf.

14Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt: Lazarus ist gestorben.

15Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war; denn ich will, dass ihr glaubt. Doch wir wollen zu ihm gehen.

16Da sagte Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, zu den anderen Jüngern: Dann lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben.

17Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.

18Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt.

19Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten.

20Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus.

21Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.

22Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.

23Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.

24Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag.

25Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,

26und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?

27Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

28Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen.

29Als Maria das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm.

30Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen; er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte.

31Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie ihr, weil sie meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen.

32Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.

33Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert.

34Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh!

35Da weinte Jesus.

36Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte!

37Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?

38Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.

39Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag.

40Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?

41Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.

42Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast.

43Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!

44Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen!

45Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

 

Gedanken zum Evangelium

 

In der Erzählung der Auferweckung des Lazarus möchte ich das Augenmerk auf den Dialog zwischen Martha und Jesus legen: Verse 21-27

 

Dabei fällt auf, dass Martha, zweimal mit „Ich weiß …“ antwortet und das dritte mal mit „Ich glaube …“. Damals als die Geschichte erzählt wurde, wurde der Graben zwischen Glaube und Wissen (man möchte fast Sagen der Gegensatz von Glaube und Wissenschaft) sicher nicht so extrem wie für unsere modernen Ohren empfunden. Martha weiß um die Auferstehung der Toten. Es gehört zu ihrem Glaubensgut. Jesus reicht das nicht. Er führt Martha einen Schritt weiter: Was du im Kopf begriffen hast, das lass zu einer religiösen Wirklichkeit deines Herzens werden!

 

Als nächsten Schritt in dieser Andacht sprechen wir das Glaubensbekenntnis. Ich lade zu einer kleinen Meditation ein: Nach dem Glaubensbekenntnis werden wir für ca. 10 Atemzüge still und achten auf unserem Atem. Bei jedem Atemzug stellen wir uns vor, dass Jesus uns einen Schritt näher kommt – wie er auch Martha näher gekommen ist. Am Ende sprechen wir Marthas Satz: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“

(Klemens Bottig)

 

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.

Amen. - Stille -

 

„Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“

Fürbitten

 

Guter Gott, wir bitten dich, rufe auch uns immer wieder zu einem glücklichen Leben

 

Wir bitten dich für die Menschen, die in sich selbst vergraben sind. Öffne sie für ein Leben in Fülle

 

Wir bitten dich für unsere Kirche. Dass wir die Botschaft von der Auferstehung glaubwürdig verkünden.

 

Für alle Kranken und ihre Pfleger. Sei ihnen Licht und Leben.

 

Rufe unsere Verstorbenen zum ewigen Leben

 

Vater Unser

 

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

 


Schlussgebet

 

Sei deinem Volk gnädig, Herr, unser Gott, und versage und auf Erden nicht deinen Trost, da du uns zum ewigen Leben berufen hast. Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn

Segensgebet

Segne mich HERR, dass ich zum Segen werde für andere

Herr, segne meine Hände und hilf,
dass sie behutsam seien,
dass sie halten können,
ohne zur Fessel zu werden,
dass sie geben können ohne Berechnung,
dass ihnen innewohnt die Kraft zu trösten
und zu segnen.

Herr, segne meine Augen und hilf,
dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie Unscheinbares nicht übersehen,
dass sie hindurchschauen
durch das Vordergründige,
dass andere sich wohl fühlen können
unter meinen Blicken.

Herr, segne meine Ohren und hilf,
dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen,
dass sie hellhörig seien für die Stimme der Not,
dass sie verschlossen seien für Lärm
und Geschwätz,
dass sie das Unbequeme nicht überhören.

Herr segne meinen Mund und hilf,
dass er dich bezeuge,
dass nichts von ihm ausgehe,
was verletzt und zerstört,
dass er heilende Worte spreche,
dass er Anvertrautes bewahre.

Herr, segne mein Herz und hilf,
dass es Wohnstatt sei deinem heiligen Geist,
dass es Wärme schenken und bergen kann,
dass es reich sei an Verzeihung,
dass es Leid und Freude teilen kann.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen